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Vorwort von Frau J.G.W. LensinkVorwort von Frau J.G.W. Lensink Vorstandsmitglied Medisch Spectrum Twente für eine grenzüberschreitende Informationsveranstaltung im Traumacentrum Euregio in Enschede am 28. Mai 2009
-- Es gilt das gesprochene Wort -- Sehr geehrte Damen und Herren, Ich freue mich sehr, Sie alle im Namen des Vorstands des Medisch Spectrum Twente – kurz MST genannt – heute hier bei uns im Hause begrüßen zu dürfen: Ganz herzlich willkommen! In der Euregio, die im übrigen letztes Jahr ihr 50-jähriges Bestehen gefeiert hat, gibt es eine Tradition: „Bei grenzüberschreitenden Veranstaltungen spricht jeder seine eigene Sprache; das heißt, die Deutschen sprechen Deutsch und die Niederländer ... auch!“ An diese Tradition werde ich mich heute ebenfalls halten. „Grenzenlose Traumaversorgung“ – so lautet das Thema der heutigen grenzüberschreitenden Informations-Veranstaltung. Wie ich finde, ist das ein Thema, das uns alle angeht. Denn wir leben hier in der Euregio gemeinsam mit insgesamt etwa 3,4 Millionen Menschen im deutsch-niederländischen Grenzgebiet. Und Unfälle kennen bekanntlich keine Grenzen. Warum sollte es also für den Rettungsdienst und die Traumaversorgung anders sein? Im Gegenteil: Für Patienten darf es keine Grenzen geben. Das ist unser Hauptanliegen. Was zählt, ist ausschließlich eine schnelle und hochwertige präklinische und klinische Versorgung. Gemeinsam müssen wir dafür sorgen, dass schwerverletzte Unfallopfer auf beiden Seiten der Grenze die bestmögliche Hilfe erhalten. Unabhängig von ihrer Nationalität und unabhängig davon, auf welchem Hoheitsgebiet sie sich zum Zeitpunkt ihres Unfalls befinden. Tatsächlich wird im Bereich der Traumaversorgung bereits teilweise über die Grenze hinweg zusammengearbeitet. Dabei handelt es sich meistens um Vereinbarungen zwischen einzelnen Organisationen, wie z.B. den Rettungsdiensten oder den Einsatz des Rettungshubschraubers aus Rheine in den Niederlanden. Wir wollen aber noch mehr. Wir wollen versuchen, die bestehenden Versorgungsstrukturen beider Länder noch besser miteinander zu verbinden. Dabei geht es jedoch nicht darum, die Versorgung an bestimmten Krankenhäusern zu konzentrieren. Vielmehr sollen regionale Vereinbarungen getroffen werden, damit Patienten so schnell wie möglich zum „richtigen Ort“ gelangen. Dieser „richtige Ort“ muss aber nicht immer das größte Krankenhaus sein. Je nach der Situation des Verletzten und abhängig von den Fachrichtungen, der Ausstattung und dem Standort der Krankenhäuser in der Region muss der jeweils passende Ort für den Patienten ausgewählt werden. Und dieser „passende Ort“ kann mal auf der einen und mal auf der anderen Seite der Grenze liegen. Auf der niederländischen Seite der Euregio sorgt das Trauma-Netzwerk des Traumacentrum Euregio dafür, dass Patienten an den richtigen Ort gelangen. Auf der deutschen Seite gibt es hierfür das Trauma-Netzwerk „Nordwest“ mit 45 deutschen Partnerkliniken von der Nordsee bis ins Ruhrgebiet. Ich freue mich ganz besonders, an dieser Stelle den Initiator dieses Netzwerks, Herrn Prof. Dr. Raschke vom Universitätsklinikum Münster sowie seine Kollegen begrüßen zu können. Für eine solche grenzüberschreitende Zusammenarbeit – bei der nicht nur in Einzelfällen zusammengearbeitet wird, sondern Strukturen verbunden werden - ist es notwendig, dass alle an der Notfallversorgung beteiligten Parteien im Grenzgebiet miteinander ins Gespräch kommen, sich gegenseitig über die jeweiligen Versorgungssysteme informieren und Vereinbarungen über gemeinsame Vorgehensweisen treffen. Lassen Sie mich nur einige Beispiele aus dem Rettungswesen nennen, bei denen eine Abstimmung mit unseren Nachbarn – das heißt mit Ihnen – wichtig ist:
Damit diese und weitere Themen zur Sprache kommen, hat das Traumacentrum Euregio mit Ihnen Kontakt aufgenommen und Sie zu dieser Veranstaltung eingeladen. Wir möchten gemeinsam mit Ihnen einen weiteren Schritt in Richtung eines einzigen grenzüberschreitenden Versorgungsgebietes machen. Einige von Ihnen sind vielleicht im Rahmen ihrer Arbeit schon einmal hier im Krankenhaus gewesen und haben einen Patienten in unsere Notaufnahme gebracht. Dann haben Sie den sogenannten SEH-Bereich schon kennengelernt. Zum besseren Verständnis – auch für diejenigen, die heute zum erstenmal hier sind – möchte ich kurz einige Kennzahlen zum MST nennen: Das Krankenhaus, in dem wir uns befinden, ist im Jahr 19XX erbaut und seither regelmäßig umgebaut und erweitert worden. Mit seinen rund 1.100 Betten ist es das größte nicht-universitäre Krankenhaus in den Niederlanden. Es gibt zwei Standorte, nämlich in Enschede und Oldenzaal und zwei Außenstellen in Haaksbergen und Losser. Das Versorgungsgebiet umfasst 264.000 Menschen. Insgesamt arbeiten etwa 4.000 Mitarbeiter, davon 200 Fachärzte beim MST. Behandelt werden jährlich rund 30.000 stationäre Fälle, 24.000 Tagesklinik-Patienten und 440.000 Poliklinik-Patienten. Das Jahresbudget liegt bei rund 200 Millionen Euro. Das Medisch Spectrum Twente ist ein sogenanntes „Level-1“-Krankenhaus, das entspricht in Deutschland einem Krankenhaus der Maximalversorgung, wie z.B. das Universitätsklinikum in Münster. Für die kommenden Jahre haben wir große Pläne. Bis zum Jahr 2015 soll an dieser Stelle ein Neubau des Krankenhauses entstehen, der das jetzige Haus vollständig ersetzen wird. Über die Entstehung, die Aufgaben und die Zielsetzungen des Traumacentrum Euregio, das seinen Sitz hier am MST hat, wird der folgende Redner, Paul Bertelink (er ist der medizinische Leiter des Traumacentrum), Sie genauer informieren. Danach erfahren Sie vom Anästhesisten und Intensivarzt Herrn Dr. Uslu etwas über das Mobile Medizinische Team und die Intensivmedizin am MST. Der Neurochirurg Herr Dr. Höss schließt sich mit einem Vortrag zum Thema Neurochirurgie und Traumatologie an. Anschließend ist für alle ein geführter Rundgang durch den Notaufnahmebereich mit Besichtigung von Räumen, Fahrzeugen und Hubschrauberlandeplatz geplant. Hierfür werden wir Sie später in kleinere Gruppen einteilen. Nun bleibt mir noch, Ihnen eine interessante Veranstaltung und einen regen grenzüberschreitenden Gedanken- und Informationsaustausch zu wünschen. Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit! |
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